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Wasserversorgung in Bamberg

Viele Kommunen in Deutschland haben ein Problem: Sie müssen ihre Trinkwasserversorgung zukunftsfähig machen. Auch in Bamberg ist das so. Das Programm der Stadtwerke ist ambitioniert: Wasser 2025.

Als es wieder schön regnete, war Alois Schwarzmann heilfroh: Nach sechs Wochen Sommerhitze. Mit Temperaturen jenseits der 30 Grad. Und ohne auch nur einen Tropfen, der vom Himmel gefallen war. Sechs Wochen, in denen die Bamberger so viel Wasser verbraucht haben wie selten zuvor – in der Spitze 25 Prozent mehr, als an einem normalen Sommertag. Als sich mit den sinkenden Temperaturen auch der Wasserverbrauch normalisierte, hatten Schwarzmann und unsere Kollegen aus der Trinkwasserversorgung eine wichtige Bewährungsprobe bestanden: den ersten Sommer, in dem das neue Wasserwerk im Stadtwald unter Volllast gefahren ist.

Klimatologen prognostizieren, dass es zukünftig noch viel häufiger zu extremen Wetterperioden kommen wird – mit wochenlanger Trockenheit oder mit Hochwasser. Der Klimawandel ist eines der Phänomene, die erhebliche Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben. Weil die Wasserverbräuche viel stärker schwanken werden als in der Vergangenheit. Und weil die Wassergewinnung immer komplizierter wird.

Eine zweite Entwicklung, vor der Wasserversorger wie die Stadtwerke Bamberg stehen, ist der demografische Wandel. Die Bevölkerungszahlen in Deutschland werden sich sowohl regional als auch lokal sehr unterschiedlich entwickeln. Um Infrastrukturen wie die Wasserversorgung weiterhin effizient zu betreiben, müssen sie weit vorausschauend an die langfristige Bevölkerungsentwicklung angepasst werden. Schließlich haben Wasserwerke, Hochbehälter oder Leitungssysteme eine Nutzungsdauer mehrerer Jahrzehnte.

Klimatischer und demografischer Wandel zum einen, technische oder rechtliche Vorgaben zum anderen: Die Stadtwerke Bamberg haben den Verbrauch, den Zustand des über Jahre gewachsenen technischen Bestands sowie die organisatorische Betriebsstruktur systematisch analysiert und auf dieser Basis einen strukturierten Maßnahmenplan verabschiedet, der bis zum Jahr 2015 die Basis für die Wasserversorgung zukünftiger Generationen legen wird:

7,8 Mio. Euro
Investition ins das neue Wasserwerk
  • Sicherung der Wassergewinnung durch Festsetzung des Wasserschutzgebiets südöstlich von Bamberg. Im Wasserschutzgebiet bauen die Stadtwerke Bamberg auf einer 35 Hektar großen Kurzumtriebsplantage schnell wachsende Balsampappeln an: Sie dienen dem Gewässerschutz und werden nach ihrer Ernte zur Wärmeerzeugung im Heizkraftwerk des Bambados genutzt.
  • Automatisierung der Wasseraufbereitung an einem zentralen Standort im 2014 eröffneten Wasserwerk im Stadtwald. Der Ersatzbau für das 100 Jahre alte ehemalige Wasserwerk hat 7,8 Millionen Euro gekostet.
  • Zentralisierung der teilweise baufälligen Hochbehälter mit einem neuen Hochbehälter an der Altenburger Straße. Der Behälter fasst 8.500 Kubikmeter. Mit seiner Inbetriebnahme im Winter 2015/2016 werden betriebspunkte reduziert, weitere Automatisierungen führen zu Einsparungen im laufenden Betrieb.
  • Bis 2015 wollen wir einen mehrstelligen Millionenbetrag investieren, um das teilweise veraltete Wasserrohrnetz zu erneuern. Eine zentrale Herausforderung ist hier – insbesondere im denkmalgeschützten Innenstadtgebiet – die behutsame Koordination der Bautätigkeiten, damit Anlieger, Bürger und der Verkehr so wenig wie möglich belastet werden.

Unabhängig von ihrer Größe und der Menge des an die Kunden abgegebenen Wassers stehen die Wasserversorger vor technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen. Um die Eigenständigkeit und Zukunftsfähigkeit zu sichern ist es unverzichtbar, hierfür frühzeitig die Rahmenbedingungen zu legen. Im liberalisierten Europa ist diese Qualität das beste Argument gegen weitere Forderungen nach Regulierung oder Privatisierung – und zugleich eine gute Chance für kommunale Unternehmen, über Kompetenz und Zuverlässigkeit ihr Image zu stärken und über alle Geschäftsfelder hinweg Kunden zu binden.

Wasser in Bamberg

Bambergs Bürger und Unternehmen verbrauchen Jahr für Jahr mehr als 5 Millionen Kubikmeter Wasser. Ein Großteil des Wassers stammt aus eigenen Gewinnungsbereichen im Bamberger Stadtwald und am Regnitzufer. Einen weiteren Teil kaufen die Stadtwerke Bamberg über die Fernwasserversorgung Oberfranken, an der wir selbst beteiligt sind. Dieses Wasser stammt aus dem Donau-Lech-Gebiet und wird über eine Wasserpipeline bis nach Oberfranken transportiert. In der Stadt gibt es ein 322 Kilometer langes Leitungsnetz, über das das Wasser verteilt wird.

Über den Autor

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Jan Giersberg

Jan Giersberg ist seit 2009 Pressesprecher der Stadtwerke Bamberg und verantwortet zugleich das Marketing des Unternehmens. Wasser trinkt er am liebsten aus der Leitung und gesprudelt. Oder als Espresso aus seiner italienischen Siebträgermaschine.

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