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Eine nasse Kostbarkeit für Bamberg

Tiefe Brunnen, unberührte Natur und ganz besonderer Schutz. Ein Besuch im Wasserschutzgebiet zeigt, wie vielfältig und wichtig der nachhaltige Schutz des Bamberger Trinkwassers ist.

Wasserhahn auf – und her mit dem kühlen Nass. Dass uns zu jeder Tages- und Nachtzeit Trinkwasser in hervorragender Qualität und in beliebiger Menge zur Verfügung steht, ist für mich und sicherlich für viele andere eine Selbstverständlichkeit. Die Frage ist: Wie kommt das Wasser eigentlich in den Hahn? Der Weg des Bamberger Trinkwassers beginnt im Wasserschutzgebiet, tief in der Erde.

Mein Besuch im Wasserschutzgebiet bringt mich zu einer Idylle am Bamberger Stadtrand. Ganz in der Nähe zum neuen Wasserwerk am Stadtwald hat die Natur ein großes Areal zurück bekommen. Wucherndes Schilf, wilde Büsche und seltene Pflanzen haben hier im Biotop jede Menge Platz um sich ungestört auszubreiten. Der grüne Dschungel dient aber nicht nur seltenen Tier- und Pflanzenarten als Heimat, sondern ist auch der Ausgangspunkt für einen besonders „edlen Tropfen“: das Bamberger Trinkwasser.

Wasser aus der Tiefe

Doris Herzog kennt sich hier besten aus. Sie bietet die Führungen durchs Wasserschutzgebiet am Stadtwald an und zeigt heute auch mir die verschiedenen Stationen der klaren Bamberger Kostbarkeit. Der Weg durch das Wasserschutzgebiet führt uns vorbei am herrlich grünen Biotop entlang der Energieholzplantagen hin zu den Brunnenfassungen. Ich lerne auf der Rundwanderung so einiges: Hier wird das Grundwasser gefördert, das dann im neuen Wasserwerk mit verschiedenen Filteranlagen aufbereitet wird und schließlich als frisches, klares Trinkwasser aus meinem Waserhahnsprudelt. Denn nicht nur beim Bier, sondern auch beim Wasser gilt das „Reinheitsgebot“. Deshalb unterliegt das Wasserschutzgebiet auch besonderem Schutz. „Das Gebiet gliedert sich in drei Bereiche“, weiß Herzog zu berichten:

  • Zone 1, der Fassungsbereich, grenzt in einem Radius von 10-20 Meter den Brunnen ein und unterliegt besonders strengem Schutz
  • Zone 2, das engere Fassungsgebiet, liegt an der 50-Tages-Linie, also die Strecke, die das Grundwasser im Laufe von 50 Tagen zurück legt.
  • Zone 3, das weitere Schutzgebiet, in dem z. B. das Ablagern von Schutt und Abfallstoffen verboten ist.

Wem die Beine auf dem Rundweg müde werden, der setzt sich am Rande des Silberpappelwalds auf die massiven Bänken aus dicken Holzstämmen oder legt sich wie ich in eines der Weidentipies und genießt eine kurze Pause – fernab von Stadt- und Verkehrslärm.

Über den Autor

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Susanne Lutz

Susanne Lutz ist 2015 frisch von der Uni zu den Stadtwerke Bamberg gekommen. Von ihrer Heimatstadt Regensburg aus verschlug es die Oberpfälzerin vor vier Jahren zum Germanistikstudium nach Bamberg. In ihrer Freizeit ist sie seit über zehn Jahren als Leistungssportlerin im Langstreckenlauf aktiv und als mehrfache Deutsche Meisterin viele Kilometer auf den Trainingsstrecken in und um Bamberg unterwegs.

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