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Tipps zur Sicherheit am Schulweg

Sicher zur Schule und nach Hause: Polizeioberkommissar Klaus Fuß gibt Tipps für einen sicheren Schulweg.

Gerade jetzt, während der dunklen Jahreszeit, leben Fahrradfahrer und Fußgänger besonders gefährlich. Als Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bamberg Stadt unterrichte ich mit meinen Kollegen rund 500 Kinder jährlich, damit sie ihren täglichen Schulweg sicher und für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar meistern. In den vergangenen 20 Jahren haben wir so mehr als 10.000 Kinder trainiert.

Der Grundsatz für einen sicheren Schulweg hat sich in diesen 20 Jahren wenig geändert: „Sehen und gesehen werden“ lautet nach wie vor die Devise. Sie steht für ein partnerschaftliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer: Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer gleichermaßen.

Allerdings haben Kinder im Straßenverkehr einige signifikante Nachteile: Aufgrund ihrer Größe sind sie besonders hinter parkenden Autos schwer auszumachen. Sie verfügen über wenig Erfahrung im Straßenverkehr, können Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht richtig einschätzen und lassen sich außerdem leicht ablenken. Viele Eltern bedenken diese altersbedingten Entwicklungsdefizite nicht, die Kinder im Straßenverkehr haben. Kinder haben einen kleineren Blickwinkel als Erwachsene und das Richtungshören ist noch nicht ausgeprägt.

Glücklicherweise gibt es in Bamberg im Bereich der Schulwegsicherheit keine Hot Spots, keine signifikanten Punkte mit besonders vielen Unfällen. Grundsätzlich stellen aber alle größeren Kreuzungen eine Herausforderung dar, bei der Kinder aufgrund ihrer mangenden Erfahrung im Straßenverkehr schnell an ihre Grenzen stoßen.

Elterntaxi verursacht Probleme

Brenzlig ist es erfahrungsgemäß immer wieder im Bereich von Schulen und Kindergärten und überall, wo es an parkenden Autos oder haltenden Bussen vorbei geht. Tatsächlich werden die Probleme im Bereich von Schulen oder Kindergärten durch parkende und haltende Autos verschärft, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. Das „Elterntaxi“, das Kinder bis vor das Schultor fährt, ist aus unserer Sicht als Verkehrserzieher absolut nicht wünschenswert. Wie soll ein Kind Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln, wenn es quasi bis ins Klassenzimmer gefahren wird? Wir appellieren daher immer wieder an Eltern, sich Zeit für das Einüben des Schulwegs zu nehmen und auch später immer wieder einmal den Schulweg mitzulaufen. Kinder, die zur Schule laufen – das haben Untersuchungen gezeigt und wird uns von Lehrerinnen und Lehrern immer wieder bescheinigt – sitzen im Unterricht ruhiger und arbeiten konzentrierter.

Wie kann ich die Sicherheit meiner Kinder auf dem Schulweg erhöhen?

Eltern sollten sich dabei folgende Punkte zu Herzen nehmen:

  • Seien Sie ihren Kindern im Straßenverkehr stets ein gutes Vorbild!
  • Wählen Sie für Ihr Kind einen täglichen Schulweg, der über gut ausgeleuchtete Gehwege führt. Nutzen Sie die Initiative der Stadtwerke, defekte Straßenleuchten mittels QR Code zu melden.
  • Gehen Sie auch später den Schulweg mit Ihrem Kind und lassen Sie sich von ihm führen. So können Sie eingreifen, wenn Ihr Kind eine falsche Entscheidung trifft und geben Ihrem Kind gleichzeitig die Möglichkeit, eigene Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln.
  • Achten Sie beim Kauf von Schultaschen nicht nur auf den modischen Geschmack, sondern auch darauf, ob die Schultasche dem Sicherheitsaspekt in der dunklen Jahreszeit gerecht wird. Zusätzlich gibt es kleine Reflektoren, die fast überall mit einem Band oder einer Sicherheitsnadel angeheftet werden können. So etwas kann für zusätzliche Sicherheit sorgen.
  • Kinder ohne Fahrradprüfung sollten den Schulweg nicht alleine mit dem Fahrrad zurücklegen. Nicht umsonst findet die Fahrradprüfung in der vierten Klasse statt, wenn Kinder bereits mehrere Jahre Erfahrung im Straßenverkehr sammeln konnten.

Über den Autor

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Klaus Fuß

Klaus Fuß, Polizeioberkommissar, ist Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bamberg Stadt. Zusammen mit seinem Kollegen begleitet er Kinder im Kindergarten und der Grundschule durch den Straßenverkehr. Als Verkehrserzieher ist er in der Stadt Ansprechpartner für Schülerlotsen und Schulweghelfer. Und auch Flüchtlinge aus Eritrea, Bangladesch, Senegal und Togo sind schon durch seine Fahrrad-Schule gegangen.

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