Hautnah

Ruhe – über das süße Nichtstun

Man muss sich weder in extravagante Meditationsposen werfen, noch braucht es professionelle Hände, die den Körper durchwalken. Um vom stressigen Alltag abzuschalten, damit Körper und Geist zu neuen Kräften kommen, reicht: hinlegen, Decke drüber, Augen schließen, einmal tief ein- und ausatmen, nichts tun!

Obwohl ich ein begeisterter Yogi bin und auch überhaupt nichts gegen eine Massage habe, ist das manchmal einfach viiiiieeeel zu aufwändig. Aber einfach nur gammeln? Das geht doch nicht!

Und wie das geht – Ruhe wird sogar von der Wissenschaft verordnet!

Dass Müßiggang nicht nur aller Laster Anfang sein muss, sondern genauso oft Ursprung guter Gedanken und großartiger Ideen ist, ist belegt. So hat beispielsweise der Schweizer Psychiater und Kreativitätsforscher Gottlieb Guntern schon vor einer ganzen Weile herausgefunden, dass Entspannung und Zerstreuung das Fließen kreativer Gedanken fördert.

Wer sich freudig der Langeweile hingibt, hat die Chance geduldiger und kreativer zu werden und sich selbst besser kennenzulernen. Studien belegen, dass Träumer und Müßiggänger ideenreicher und ausgeglichener sind und oft auch die besseren Lösungen für Probleme finden. Vermutlich erkranken sie auch nie an einem Burnout. Und mal ganz ehrlich: sind wir für eine gewisse Zeit nicht erreichbar, geht die Welt auch nicht unter.

Worauf also warten?

Den Ort wechseln, um Ruhe zu finden

Nur, zur Ruhe kommen, ist oft leichter gesagt als getan. Mir geht es jedenfalls oft so. Nur noch schnell die Wäsche abhängen, ach und kurz die Spülmaschine einräumen, dann aber… oder auch nicht. Mir hilft es dann, einen bewussten Ortswechsel vorzunehmen und mich mit mir selbst zu verabreden – zum Beispiel in der Sauna.

Entspannung auf Schaukelliegen.

Dass es vor allem die Umgebung ist, die besondere Eingebungen provoziert, hat auch Mihaly Csikszentmihalyi, einer der namhaftesten Kreativitätsforscher und ein ehemaliger Psychologe an der Universität Chicago, herausgefunden, indem er rund 100 kreative Persönlichkeiten, darunter Chemiker, Physiker, Nobelpreisträger, aber auch Schriftsteller und Musiker, nach ihren Inspirationsquellen befragt hat.

Ruhen – wie es mir gefällt

Wo man so richtig die Seele baumeln lassen kann, ist Geschmackssache. Der eine fühlt sich unterm Sternenhimmel besonders geborgen, der andere kann sich nichts Schöneres vorstellen als an einem sonnig-warmen Sandstrand wegzudösen und der Dritte wird am liebsten sanft ins Nickerchen geschaukelt. Dafür gibt’s in der Saunalandschaft des Bambados für jeden die passende Ruheoase. Ich mach’s mir ja vor allem im Winter am liebsten draußen im Garten gemütlich – eingekuschelt in eine warme Decke – und genieße die kalte frische Luft.

Saunaruheraum mit Meeresrauschen und Deckenbeamer im Bambados-OG.

Inspirations- und Ruhequelle Sauna?

Ja! Denn entgegen der landläufigen Meinung geht es in der Sauna nicht darum, einen Hitzerekord nach dem anderen aufzustellen – schließlich dauert das Wechselbad von Schwitzen und Abkühlen im Regelfall gerade mal 15 Minuten pro Durchgang und treibt den Puls eher in die Höhe. Will man mit dem Saunabesuch Körper und Geist nähren und in einen Zustand tiefer Entspannung kommen, der einen auf Wolken nach Hause trägt, dann muss man nichts weiter tun, als der Trägheit nachgeben, es sich im Müßiggang so richtig bequem machen und ausgiebig dem süßen Nichtstun frönen – und das am besten 30 Minuten lang zwischen den Saunagängen.

Einatmen – ausatmen

Es kann so simple sein: bequem hinlegen (oder aufrecht hinsetzen) und den Atem beobachten – das ist die wirkungsvolle Formel, um das Rattern im Kopf zum Stillstand zu bringen. Einfach beobachten wie sich die Bauchdecke beim Einatmen wölbt, wie sich der Brustkorb senkt beim Ausatmen, wie die Luft kalt in die Nase zieht und sie warm wieder verlässt. Schweift man mit den Gedanken ab – kein Problem – einfach wieder zurückkommen zum „Einatmen“-„Ausatmen“. Wer gleichzeitig seinen Atemwegen was Gutes tun möchten, der begibt sich in einen Salzruheraum. Dort legen sich feine Aerosole auf die oberen Atemwege und befeuchten diese leicht. Das wirkt desinfizierend und lindert Atembeschwerden.

Salzzuheraum im Außenbereich.

Auch beim Spazierengehen oder Rundgang durch den Saunagarten kann man eine kleine Meditationsübung einbauen, indem man ganz bewusst läuft, einen Fuß vor den anderen setzt und dabei jede Faser des Körpers spürt. Jedem Atemzug lauscht, das Kribbeln der Fußsohlen genießt, dem ruhigen Herzschlag zuhört und den leichten Windzug auf der Haut spürt.

Oder man lässt sich einlullen von sanfter Musik oder beruhigenden Stimmen. Einfach eine der unzähligen Apps fürs Smartphone runterladen und die Außenwelt auf Knopfdruck ausblenden.

Inspiration lesen

Achtsamkeit und Reduziertheit – die Themen springen einen seit einiger Zeit an jeder Ecke an. Flow, Happinez, Landlust, Walden – jedes große Verlagshaus hat mittlerweile ein „Wohlfühl-Magazin“ im Sortiment, das ein ausgeglicheneres, glücklicheres und einfacheres Leben verspricht – und das, ohne Aufenthalt im indischen Ashram. Ich habe mit Esotherik nicht viel am Hut und ich kenn die Tricks der Magazinmacher, die mit Hilfe einer hochwertigen Aufmachung, Bildern von glücklichen „von Natur aus“ gutaussehnden Menschen und dem haptischen Erlebnis des speziellen Papiers automatisch einen Haben-will-Impuls auslösen. Aber ganz ehrlich? Was soll’s! Wenn’s schee… ähm glücklich macht! Allein das Blättern in diesen Heften schenkt mir eine kleine Auszeit vom banalen Alltag. Deshalb ist die „Heile Welt im Handtaschenformat“ in der Sauna auch immer mit dabei.

Nachtruheraum im Bambados.
Tagruheraum im Bambados.

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