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Trinkwasser statt Mineralwasser? So sieht es in Bamberg aus

Ein aktueller Test der Stiftung Warentest sorgt für Verunsicherung: Stille Mineralwasser sind häufig mikrobiologisch belastet. Die Tester empfehlen, stattdessen Leitungswasser zu trinken, da dieses strengeren Kontrollen unterliegt - jedoch nur bis zum Hausanschluss. Da uns vermehrt Anfragen zu dem Thema erreichen, schaffen wir Klarheit: Welches Wasser kann man bedenkenlos trinken?

Der Test hat viele Menschen aufgeschreckt: Vermeintlich „gesundes” stilles Mineralwasser ist vielfach mit Keimen sowie Reststoffen aus Industrie und Landwirtschaft belastet. Jedes zweite der 32 getesteten stillen Mineralwasser wies Mengen an Verunreinigungen auf, die für Immungeschwächte und Kinder problematisch sein können.

Jedes zweite der 32 getesteten stillen Mineralwasser wies Mengen an Verunreinigungen auf, die für Immungeschwächte und Kinder problematisch sein können. Ein vergleichbarer Test im Vorjahr mit spritzigen Wasser lieferte deutlich bessere Ergebnisse. Hat sich die Wasserqualität also so rapide verschlechtert? Nein! Die Erklärung: Die im spritzigen Wasser enthaltene Kohlensäure hemmt das Wachstum von Bakterien, weshalb spritziges Wasser mikrobiologisch reiner ist.

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mal teuerer ist Mineralwasser im Vergleich zu Leitungswasser

Was bedeutet das für den Konsum von stillem Wasser?

Aufgrund der hohen Belastung und auch mit Hinblick auf den Preis stellte sich die Stiftung Warentest die Frage, ob Leitungswasser eine Alternative zu stillem Mineralwasser ist. Dazu wurde das Wasser in 25 deutschen Städten getestet. Hier wurde in keiner einzigen Entnahmestelle eine kritische Belastung mit Bakterien oder Umweltgiften nachgewiesen.

Zwar unterliegt Leitungswasser in Deutschland deutlich strengeren Auflagen als Mineralwasser – jedoch reicht die Kontrollpflicht nur bis zum Hausanschluss. Insofern führen Kritiker an, dass Leitungswasser nicht empfehlenswert ist, weil der Hausanschluss nicht getestet wurde. Bei den Stadtwerken Bamberg führen wir regelmäßige Kontrollen durch, weshalb wir die Wasserqualität in den Bamberger Haushalten gut einschätzen können.

Wir ziehen dazu jährlich eine Vielzahl an Proben im internen Leitungssystem einzelner öffentlicher Liegenschaften (Kindergärten, Schulen, öffentliche Gebäude usw.) sowie bei Bedarf in Privathaushalten (meist in der Küche).

Ein Test der Stiftung Warentest empfiehlt Leitungswasser anstelle von stillem Mineralwasser zu trinken. So sieht es in Bamberg aus.
„Bei unseren Tests zeigt sich, dass sich die Wasserqualität im Hausanschluss gegenüber der Qualität im Rohrnetz im Regelfall nicht unterscheidet.“

Bleileitungen schon seit 1878 verboten

Unsere jährlichen Prüfberichte dieser Kontrollen können Sie auch auf unserer Website einsehen: Infos zu Prüfergebnissen und Härtegraden im Stadtgebiet Bamberg.

Übrigens stammt die Furcht vor Schwermetallbelastung durch Hausanschlüsse noch aus einer Zeit, in der Bleileitungen verwendet wurden. Diese ist aber längst vorbei! In Bayern sind Bleileitungen schon seit 1878 (!) verboten, andere Teile Deutschlands haben sich bis spätestens 1973 diesem Verbot angeschlossen. Insofern ist eine Bleibelastung durch den Hausanschluss definitiv Vergangenheit.

Probenentnahme am Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke Bamberg
Blick ins Wasserwerk Bamberg

Welches Wasser kann und soll ich also trinken?

Wenn Sie gerne stilles Wasser trinken, können Sie bedenkenlos unser Leitungswasser nutzen. Auch eines der als “gut” bewerteten stillen Mineralwasser ist natürlich möglich - letztlich ist das eine Geschmacksfrage.

Und wer es lieber spritzig mag: Das Wasser der STWB eignet sich auch gut, um es mit einem Wassersprudler daheim mit Kohlensäure zu versetzen.

Die Stiftung Warentest hat diese Wassersprudler ebenfalls getestet und von sieben Modellen schneiden vier mit „gut” ab. Vor allem wer sein Wasser gerne medium trinkt, ist mit einem solchen Sprudler gut beraten. Preislich macht ein Sprudler übrigens kaum Unterschied zu Discounter-Wasser: Mit 11 – 20 Cent pro Liter ist der Preis für zu Hause sprudeln ähnlich hoch wie die günstigsten Mineralwasser im Handel. Und das Schleppen und Plastikmüll lassen sich dadurch auch noch vermeiden.

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